Liebe Schwestern und Brüder,

mit diesem Impuls möchte ich an die Biblische Botschaft des vergangenen Sonntags anknüpfen:

Die Freude soll über diese Woche stehen, weil wir am 4.Fastensonntag (Laetare) feiern. Eigentlich! Aber wir alle sind in Sorge, um unsere Lieben und um uns selbst. Denn so etwas hat noch keine, noch keiner von uns erlebt. Ein Virus lähmt die Welt, ein Virus bestimmt unser Leben und unser Verhalten zueinander.
 
Schwestern und Brüder!
Johannes führt uns durch das Evangelium (Joh9,1-41) hinein, in die Diskussion unter den Juden damals:
Ist Krankheit eine Strafe?
Diese Frage stellen sich viele, gerade in dieser Zeit!
Und es beschäftigt viele von uns, diese Frage: Ist Leiden eine Strafe?
Und oft denken wir doch auch so, wenn uns ein Unglück trifft.
„Das habe ich nicht verdient, lieber Gott!“
„Warum tust du mir das an, du Gott!“
Das sind dann unsere Gedanken, ja es sind unsere Gebete.
Aber Gott hält das aus, weil er uns in unserem Fragen sehr gut versteht.
Gott nimmt das ernst, weil er immer zu uns steht. Die Vergänglichkeit des Lebens, der Verbrauch unserer Kräfte, die Katastrophen im Großen, und die leidbringenden Ereignisse im Kleinen. Wir können sie letztlich nicht erklären.
Da versagt unser Verstand. Es bleibt uns nur eins: Anzunehmen, dass Gott Größer ist als unser Verstehen. Anzunehmen, dass die Welt voller Geheimnisse ist und auch voller Geheimnisse bleiben wird. Und egal, was geschieht, in dieser Welt und in unserem Leben, unser Leben ist vom Licht Gottes umstrahlt wird. Die Finsternis braucht uns nicht Angst zu machen, denn wir hoffen und glauben, dass Gottes Licht und seine Liebe sind stärker. Dafür öffnet Jesus dem Blinden im Evangelium die Augen. Dafür will Gott, jeder und jedem von uns durch Jesus Christus die Augen öffnen. Dass wir unser Leben, all das, was geschieht, nicht auf dem Hintergrund der Finsternis sehen, sondern eingetaucht in das Licht Gottes. Das fällt leicht, wenn wir feststellen dürfen: Dass das Leben schön ist! Dass ich glücklich bin! Aber es fällt schwerer, wenn ich erfahre, dass die Krankheit mich trifft, Leid mir den Atem nimmt, und die Enttäuschung den Boden unter den Füßen wegzieht.
 
Liebe Schwestern und Brüder!
Der Virus isoliert uns in unseren Wohnungen. Aber wir dürfen darauf vertrauen, dass dann gerade Jesus mir nahe ist, mir neuen Atem schenkt, dass er der Boden ist, auf dem ich stehe. Dafür öffnet er uns die Augen, und dafür ist er in diese Welt gekommen und am Kreuz gestorben.
Damit mich die Kreuze und die Schwierigkeiten meines Lebens nicht kleinkriegen, sondern stark machen, weil Jesus unsere Kreuze und unsere Schwierigkeiten im Leben mit uns trägt. Ein Lernprozess, der nicht leicht ist, aber sehr hilfreich sein kann. Gerade in dieser Zeit: Tun wir alles, was in unseren Kräften liegt!
Vertrauen wir darauf, dass Gott uns dazu die Kraft gibt. Vertrauen wir darauf, dass Gott stärker ist, als ein Virus, der sich Corona nennt. Gott hat ein Herz für uns und gibt uns Vernunft und Verstand, unsere Verantwortung füreinander zu leben und dabei ganz auf die Liebe Gottes zu vertrauen, der für jede und jeden von uns ein sehr großes Herz hat. Amen.
 
Sudhakar Reddimasu, Kaplan

 

 
Impuls zum 4. Fastensonntag
Evangelium    Johannes 9, 1-41
 
Liebe Gemeinde,
 
im Sonntagsevangelium geht es um die Heilung eines Blindgeborenen am Teich Schiloach.
Dort war ich vor genau 2 Wochen auf meiner Reise durch Israel…
 
Es war bei uns kein Wasser im Teich, es gab ein Bild wie es mit Wasser aussehen könnte.

Schiloach 2

Und wir haben zur Bibelstelle des heutigen Sonntags ein Bibelgespräch gemacht.
Ich möchte Sie daran teilhaben lassen…
 
Gedanken zum Bibeltext
 
In jener Zeit 1sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war.
2Da fragten ihn seine Jünger: Rabbi, wer hat gesündigt? Er selbst?
Oder haben seine Eltern gesündigt, so dass er blind geboren wurde?
3Jesus antwortete: Weder er noch seine Eltern haben gesündigt,
sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden.
Die Frage nach der Sünde, also wer ist schuld, die kennen wir.
Jesus sagt ganz klar – niemand!
Eine viel größere und schönere Sache steht dahinter. Es geht um die HERRLICHKEIT Gottes.
An solchen Zeichen will Gott zeigen, was er für uns tun will: Uns helfen zum Leben, uns sehend machen.
Ich kann mich fragen, wie ich Gott die Ehre erweise, wie ich ihn in meinem Leben „verherrliche“.
Vielleicht indem ich das, was ich von seiner Botschaft verstanden habe, lebe und anderen weitererzähle; indem ich für andere da bin.
 
17Da fragten sie den Blinden noch einmal: Was sagst du selbst über ihn?
Er hat doch deine Augen geöffnet.
Der Mann antwortete: Er ist ein Prophet.
Der Geheilte vermutet, dass Jesus ein Prophet ist. Zur „Verteidigung“ des damaligen Volkes muss man sagen, dass das Volk Israel schon sehr lange keinen Propheten mehr erlebt hatte.
Der Geheilte erkennt Jesus zumindest als jemanden von Gott gesandten – es ist ein kleines Messias-Bekenntnis.
 
35Jesus hörte, dass sie ihn hinaus gestoßen hatten, und als er ihn traf, sagte er zu ihm:
Glaubst du an den Menschensohn?
36Der Mann antwortete: Wer ist das, Herr? Sag es mir, damit ich an ihn glaube.
37Jesus sagte zu ihm: Du siehst ihn vor dir; er, der mit dir redet, ist es.
38Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder.
Der Blindgeborene erhält nicht nur seine physische Sehfähigkeit, sondern wachsende Erkenntnis und wird somit im Glauben sehend.
 
Übrigens können wir im Johannesevangelium nach Heilungswundern ganz oft lesen, das der Geheilte in den Tempel geht. Dies musste man zu meinen tun, um zu zeigen: ich bin gesund; ich kann wieder am normalen Leben teilnehmen, zum Anderen ist es doch ein logischer Gang – nach einem Erlebnis mit Gott, gehe ich in den Tempel um zu loben und preisen und bringe meinen Dank vor ihn.
Der Evangelist Johannes macht die Menschen tempelfähig.
 
Susanne Mohr, Gemeindereferentin   
 
 
Meditation                                                                                                    
Siehst du, sagte Jesus
Er sprach zu mir wie zu einer Blinden
und was aus seinem Munde kam,
berührte mich und öffnete mir die Augen
und mir dämmerte,
wie uneinsichtig ich gewesen war
all die Zeit.
Siehst du?, sagte Jesus und lächelte.
Jetzt will ich ihn im Blick behalten
Wohin ich auch gehe.
Jetzt will ich schauen, dass ich ihm folge.
Dann sehen wir getrost weiter.
 
Ute Elisabeth Mordhorst
 
 
 
Der hl. Josef
Der hl. Josef hat in der Biblischen Botschaft eine bemerkenswerte Rolle.
Er ist scheinbar eine Randfigur, als „Adoptivvater Jesu“ oder „Bräutigam der Gottesmutter Maria“, wie es im Messformular heißt.
Er ist scheinbar eine Randfigur und doch ist das Menschwerden und Menschsein Jesu ohne ihn kaum vorstellbar.
Irgendwie ist er ein gutes Beispiel für einen Menschen, der in gutem Sinne, in Bescheidenheit und Treue, einfach seine Pflicht tut – und weit mehr als das.
Es berührt mich sehr, wenn es im Evangelium über Josef heißt, er war „gerecht“.
Etwa 30 Jahre lang dürfte Josef das irdische Leben Jesu begleitet, ermöglicht, beschützt und gefördert haben.
Er war „Zimmermann“, was hier wohl als Bauhandwerker in weiterem Sinne verstanden werden kann.
Es ist höchst wahrscheinlich, das Jesus als Jugendlicher und junger Mann dieses Handwerk bei ihm gelernt und mit ihm ausgeübt hat.
Josef – ein Mensch, der im besten Sinne seine Pflicht tut und so, bei aller scheinbaren Nebensächlichkeit, einen wichtigen, unverzichtbaren Beitrag zur christlichen Heilsgeschichte leistete.
Die Kirche ehrt ihn mit einem eignen Gedenktag, der sogar als „Hochfest“ gefeiert wird.
Papst Franziskus hat den hl. Josef vor einigen Jahren in das eucharistische Hochgebet, neben Maria, eingefügt.

Heute, zu Corona-Zeiten, kann uns der Blick auf den hl. Josef die Dankbarkeit lehren für so viele Menschen, die in gutem Sinne, treu und bescheiden, ihre Pflicht tun und ohne die unser Alltag nicht möglich wäre.
In diesen Tagen denken wir dabei sicherlich besonders an die Menschen im Gesundheitswesen, Ordnungskräfte, Polizei, Feuerwehr, die Menschen, die in Geschäften und an vielen Stellen im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben ihren Beitrag leisten, dass wir weiterhin mit dem Lebensnotwendigen (und weit darüber hinaus) versorgt werden. Nicht „Lieferketten“ gewährleisten das, sondern Menschen, die produzieren, transportieren und in Geschäften etc. tätig sind.
Dazu kommen die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung, die gerade besonders gefordert sind und ansonsten manchmal allzu routinierte Schelte abbekommen.
Ich muss in diesen Tagen oft daran denken, wie gut unsere Gesellschaft doch im Großen und Ganzen funktioniert, natürlich dank der vielen Menschen, die hierbei ihre Aufgabe gewissenhaft wahrnehmen.
Und selbst in dieser aktuellen Ausnahmesituation dürfen wir uns darauf verlassen, das Vieles und Wesentliches weiterhin gut funktionieren wird.
Allerdings ist diese Situation für Viele eine große Herausforderung und für manche Berufsgruppen mit außerordentlichen Belastungen und Härten verbunden.
Vielleicht kann das für uns ein Anliegen für das persönliche Gebet sein:
- Der Dank für die Menschen, die sich im Alltag und besonders jetzt für unser aller Wohl einsetzen.
- Die Fürbitte, dass alle, die jetzt besonders gefordert sind, die nötige Kraft, Geduld und Unterstützung erhalten.
- Das Mitgefühl für alle, für die diese Zeit aus medizinischen, wirtschaftlichen, seelischen oder anderen Gründen besonders schwer ist.
- Das Überlegen, wo gerade besondere Solidarität gefragt ist und was jede/r einzelne in dieser Situation beitragen kann.
- Die Zuversicht, dass viele Menschen ihr bestes geben und Gott alle unsere Wege, besonders die schwierigen, mit uns geht.
 
Erik Wehner, Pfr.
 
 
 
Liebe Gemeinde,
 
ich hatte das Glück Ende Februar für 12 Tage nach Israel reisen zu können.
In dieser Zeit sind wir an einem Tag durch die Wüste – durch das Wadi Qelt – gewandert.
Durch den vielen Regen Anfang des Jahres sah die Wüste an vielen Stellen nicht nach Wüste aus.
 Wste 1 a
Aber es war doch Wüste: heiß, Steine, Wege, die kein Ende nehmen wollten. Es ging auf und ab. Nach jeder Biegung hoffte man das Ziel zu sehen.
Wste 3 a
Unsere Situation jetzt erinnert mich etwas an dieses Erlebnis – jeden Tag etwas Neues – wir wissen nicht wann der Weg zu Ende ist, was hinter der nächsten Biegung ist. Wir sind erst am Anfang und sind vielleicht schon müde, genervt oder mutlos.
 
Zeiten der Wüste gibt es in der Bibel auch – und gerade in die Fastenzeit wird diese Symbolik verwendet.
 
Es ist gerade Wüste – aber wir können darauf vertrauen, dass Gott bei uns ist und uns durch das Auf- und-Ab begleitet.
 
Begleitung in dieser Zeit möchten wir auch anbieten: Telefongespräche, Einkaufshilfe, spirituelle Impulse – bitte melden Sie sich, wenn wir etwas für Sie tun können.
 
Gottes Segen und gutes Durchhalten – Wüstenerfahrungen verändern einen, machen einen stark, geben einen neuen Blick auf sich selbst – das ist meine Erfahrung
 
Bis bald          
Susanne Mohr, Gemeindereferentin     
 
 
 
Der Engel des Herrn (Angelus):
 
Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft, und sie empfing vom Heiligen Geist.
Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus. Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen.
Maria sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach Deinem Wort.
Gegrüßet seist du, Maria, …
Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.
Gegrüßet seist du, Maria,….
Bitte für uns, o heilige Gottesmutter, auf dass wir würdig werden der Verheißungen Christi.
Lasset uns beten:
Allmächtiger Gott, gieße deine Gnade in unsere Herzen ein.
Durch die Botschaft des Engels
haben wir die Menschwerdung Christi, deines Sohnes, erkannt.
Lass uns durch sein Leiden und Kreuz
zur Herrlichkeit der Auferstehung gelangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.
 
 
 
Gemeinsames Gebet zur Corona-Krise:
 
Mein Gott, ich bin hier.
Viele, die meinem Herzen nah sind, sind jetzt fern.
Gewohntes und Liebgewonnenes ist nicht möglich.
Ich sorge mich um das, was um mich herum geschieht.
Ich sorge mich um Menschen, die ich liebe und auch um Menschen,
deren Namen ich nicht einmal kenne.
Du hast die Welt und ihre Natur gut geschaffen.
Sie schenkt uns alles, was wir täglich brauchen.
Sie birgt jedoch auch Gefahren und Tod.
Mein Gott, ich bin hier.
Viele, die meinem Herzen nah sind, sind jetzt fern.
Gewohntes und Liebgewonnenes ist nicht möglich.
Ich sorge mich um das, was um mich herum geschieht.
Ich sorge mich um Menschen, die ich liebe und auch um Menschen,
deren Namen ich nicht einmal kenne.
Du hast die Welt und ihre Natur gut geschaffen.
Sie schenkt uns alles, was wir täglich brauchen.
Sie birgt jedoch auch Gefahren und Tod.
Du hast auch uns Menschen geschaffen,
fähig zu Liebe und Mitgefühl,
Mut und der Sehnsucht, gemeinsam diese Welt zu gestalten.
Ich bete für jene, die krank sind,
für jene, die alleine sind und isoliert.
Ich bete, dass du an der Seite derer bist,
die jetzt deine Hilfe und Kraft brauchen,
dass dein „Stecken und Stab“ ihnen wie im Psalm 23 Zuversicht verheißt.
Ich bete für jene, die sich um einen lieben Menschen sorgen
und auch für jene, die mit all ihrem Wissen und ihrer Kunst
im Einsatz sind, um für das Leben einzustehen.
Für alle diese Menschen bitte ich um deinen Segen.
Segne du auch mich, damit wir alle diese Tage überstehen.
 
Gebetstext: Carola R. Simon